Universitätskoller

Gerade eben wurde ich bei der Frage nach dem Stuhl neben mir gesiezt — in der Unibibliothek. Von einem Studenten der unteren Semester, der Menschen wie mich (zweistellige Semesteranzahl) wohl schon für sexuell inaktiv, mindestens aber einen Dozenten hält. Heute mittag erklärte ich zwei überaus netten Studentinnen, wie denn die Aufladung der kreativ-lustig “E-Meal” genannten bargeldlosen Bezahleinheiten unserer Mensen funktionieren, und — natürlich — ich wurde gesiezt, was ich selbstverständlich auf die leicht französisch klingende Aussprache (und die darauf begründende Annahme der Herkunft) der Sprecherin zurückführe.

Ich gehe nicht mehr auf Unifeiern, finde die morgendliche Enge im Bus so schlimm, dass ich wahlweise eine halbe Stunde bei meinem Zeitplan abziehe oder hinzufüge, um einen Sitzplatz zu genießen, während der iPod die passende Begleitmusik für Regenwetter spielt. Morgens um sieben wanke ich nicht mehr aus der Kneipe, sondern gehe Laufen. Ich rede nicht laut in der Bibliothek, lerne nicht in der Cafeteria (um den älteren Semestern nicht die Kaffeetrinkplätze zu nehmen) und verspeise keine Nudelberge zum 1,48-Euro-Pauschalpreis, sondern wandere direkt zum asiatischen Lachsfilet, 2,45 Euro, Beilagen extra.

Dieses Prüfungsding könnte wirklich etwas schneller gehen.

One Response to “Universitätskoller”

  1. der könig Says:

    ich mag Sie trotzdem.

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