Ausgebucht April 29th, 2005 Leben Kein Kommentar

So, da habe ich eben mal 12 von 19 Neurologen in Dresden angerufen (bzw. alle angerufen, nur die erreicht, schliesslich muss ja Freitag halb zwölf Schluß sein mit dem Arbeiten. Der Porsche braucht seinen Auslauf!). Ergebnis: Keiner nimmt im Moment Patienten wie mich auf. Sprich: Patienten, die nicht versprechen, häufiger wiederzukommen oder aber mehr dafür zahlen.

Privatpatienten sind mir (und allen Medizin-Studenten die ich kenne) eh ein Dorn im Auge. Von mir aus darf jeder eine Zeit-ist-Geld-Versicherung abschließen, um die Wartezeit zu umgehen. Wer lieber alleine im Krankenhaus liegen möchte: Bitte, gerne. Aber: Was die Versorgung angeht, da sollte ich doch eigentlich den gleichen Anspruch haben dürfen wie derjenige, dessen Nappalledergeldbörse sich durch Papier- und nicht Metalldruckabnutzt. Aber nein: Ich darf noch nichtmal hin, schließlich gibt es Patienten, die mehr Geld bringen. Und natürlich die Stammkundschaft, denn bei der hat man ja keinen Verwaltungsaufwand.

Nur mal so rausgelassen an die Leute, die meinen, dass die Bürgerversicherung eine schlechte Idee wäre…

(The Killers mit ”Indie Rock And Roll“)

Weiße Effektgeräte April 11th, 2005 Musik Kein Kommentar

… und ein ausverkaufter Schlachthof. Fünf Personen (anfangs noch in) weißen Jackets, die ihre Instrumente bedienen können. Schreien, Posen, Springen, Tanzen. The Hives mit einem durchweg ansprechenden Konzert. Alles deutet darauf hin, das das (oder besser: die) kein Kunstprodukt sind, sondern für das stehen, was sie machen. Und sei es der Style der Effektgeräte: Das Design eines Bassverstärkers wurde sonst höchstens verändert, wenn der Marshall-Schriftzug mit Panzertape abgeklebt werden musste.

Klar, pop (wobei ich da ja kein expliziter Gegner bin). Klar, es gab besseren Schweden Rock letztes Jahr (zumindest abwechslungsreicher). Aber doch ein überzeugendes Konzert, stylische Ansagen, gute Musik, ein nettes (jung (manchmal zu), 60% w) Publikum und ein durchweg gelungener Abend. Gerne wieder.

(Wiederum The Hives mit a.k.a. I.D.I.O.T. beenden den Abend.

Eingetopft. February 26th, 2005 Netzleben Kein Kommentar

Jetzt ist es raus: Es gibt Personen, die irgendwie alles in eine Top-5-Liste packen müssen. Und der Herr Hornby ist da kein Einzelfall: Ich mache das hier ja auch ab und an, und zumindest wenn man an die Erfolge von Chart-Shows und nicht zuletzt High Fidelity denkt, sollte es doch auch ein paar Leute geben, die begeistert davon sind, wenn man ein paar Schubladen nimmt, dort Zahlen von 5 bis 1 draufmalt und Dinge hineinstopft. Und so war dann, dank Lenas gedanklicher Mithilfe in den Kommentaren hierdrunter, klar, dass die Welt nichts sehnlicher braucht, als einen neuen Papst ein Top 5-Weblog. Tja, und was die Welt braucht, das kriegt sie.

(Nr. 5 der Lieder, die ich beim Top-5-Listen-machen höre: Anajo mit „Honigmelone“ mit Textstellen, die zitierwürdig sind. Ein Beispiel: „Ich habe die Annahme, Du bist die Ausnahme“)

Drahtseilnerven February 24th, 2005 Leben 4 Kommentare

Und trotzdem sind sie bald durch. Denn Kostenrechnung nervt so dermaßen, dass ich meine Bewerbung bei SAP doch noch einmal überdenke. Warum hab ich überhaupt BWL als Nebenfach gewählt? Meine Top5 der Dinge, die ich jetzt stattdessen lieber machen würde:

5. Mehr Bagels essen.
4. Draußen sein, laufen, gehen, wasauchimmer.
3. Lena besuchen und bei der Facharbeit helfen. ;-)
2. Gute Konzerte besuchen
1. um die Welt reisen

Hört sich irgendwie an, als ob ich weg will. Mag schon sein, liegt aber nicht an Dresden oder den Leuten, das sei versichert.

(Der junge, überaus hübsche Rod Steward singt mit seinen Faces „Ooh La La“ – vom Rushmore Soundtrack. Netter Film übrigens.)

Mitgeklatscht February 12th, 2005 Musik 5 Kommentare

Mal abgesehen davon, was man von a) Jahrzehnte-Shows und b) Bands, die darin ihren einzigen Hit spielen müssen halten mag:

Eben grade beim Zappen auf Liquido mit „Narcotic“ (gutes Lied, nur leider kam danach nichts mehr…) in der 90er-Show gestoßen. Was bitte veranlasst diese grenzdebilen Deppen, die sich für Tierversuche Plätze in einer solchen Show freiwillig melden, nur weil sie erkannt haben, in welchem Takt das gespielte Lied ist, den auch die ganze Zeit durchzuklatschen? Besonders groß bei den ruhigen Teilen. Ihr seid herzallerliebst!

(Kettcar mit „Skateboard“ – mit Dank dem edlen Spender!)

Stock gereicht February 10th, 2005 Musik 1 Kommentar

Ja, es scheint, dass jeder Stock weitergereicht wird, an jeden, der irgendwie in der Gegend rumsteht. Aber ich mache natürlich mit, auch wenn ich ja nicht wirklich ein Mitglied der Blogosphäre bin…

1. Gesamte Musik auf dem Computer:

iTunes sagt: Viel. Aber: Auch viele CDs, ca. 10 Schallplatten (Green Hell soll endlich ausliefern…). Und: von meinen „Top 30 Artists“ habe ich von 25 mindestens ein Medium. Von manchen auch mehr: (Oasis, R.E.M.: Alle regulären Alben + jeweils ein BestOf/B-Seiten-Album)

2. Zuletzt gekaufte CD

Puh. Das ist wohl Slut oder Kante. Die letzten gekauften Platten sind die neue Trail of Dead, Tocotronic und Mando Diao.

3. Zuletzt gehörtes Lied

Die White Stripes mit Hypnotized.

4. Fünf Lieder, die viel Bedeutung für mich haben und die ich häufig höre

Hm. 1. Frontier Psychatrist von den Avalanches. Da hat mich „31 Songs“ von Nick Hornby drauf gebracht. Großartig.

Bei 2. ists wohl Bullet with Butterfly Wings von den Pumpkins (Jugend, aber immer noch geil)

Nr. 3. Irgendwas von Mando Diao. Die haben mich in letzter Zeit so begeistert, dass der Platz eindeutig verdient ist.

Nr. 4. sind R.E.M. mit Strange Currencies. Meist gespieltes Lied. Und das wird wohl auf ewig so bleiben.

Tja, und die Numero 5 ist: Zu schwer. Es könnten die Beatles sein (Lebenswerk), Blur, Nirvana… Es gibt einfach zu viele. Halt! Doch: Oasis, Champagne Supernova.

Alles völlig subjektiv, ich hab 10 Künstler vergessen etc. pp.

5. Weitergeben: Drei Personen, warum?

Tja. Von einigen wüsste ichs gerne, von einigen weiss ich eh viel, und viele, von denen ichs gern wüsste, lesen dass hier nicht. Also völlig subjektiv:
- Lena – mit kaum jemandem unterhalte ich mich mehr über Musik
- Jan – damit er weiss, dass ich da auch mitlese
- Schuer – damit das Schwein mal gefüttert wird. Und: ich will wissen, wie er das hier in 10 Zeilen schafft.

(Puh. Genug Musik.)

Paranoia February 10th, 2005 Technik 12 Kommentare

Während ich hier (Beileid erhaschend) mit ner &=”§!$/ Erkältung vor mich hinvegetiere, gucke ich gelangweilt durch die Telefonnummern meines Mobiltelefons, um etwas aufzuräumen – man kann ja nicht den ganzen Tag „Illuminati“ lesen.

Nein, ich will meine alten Schulfreunde da draußen (Grüße!) gar nicht rauslöschen, aber Einträge, wo der Name einem nichts mehr sagt, MFG M (Mitfahrgelegenheit nach München) oder Wohn 2 (Als ich auf der Suche nach einer WG war…) brauch ich nicht wirklich. Genausowenig aber die drei Susi DD (Dresden, ihr Perversen!), deren Nachname dringend hinzugefügt werden musste.

Aber dann wurde ich etwas stutzig. Ein Eintrag mit einer E-Plus-Nummer. Name: „Nicht Abheben!“. Weiterscrollen, … Moment! „Nicht Abheben!“? So viel Paranoia, dass ich sogar ein Ausrufungszeichen anhängen musste? Ich hab lange überlegt, was mich soweit getrieben haben könnte. „Nicht anrufen“ hätt ich ja bei Phishing o.ä. noch verstanden. Aber nicht abheben? Welche der Ex war bei E-Plus? (Nicht, dass irgendwer von denen sooo schrecklich war, dass ich da partout nicht drangegangen wäre. Zumindest der Name hätte aber gereicht.) Auch ein Abgleich mit elterlichen, freundischen oder gar brüderschens Telefonnummern brachte nichts.

Kurz war ich ja versucht, da anzurufen. Aber dann war ich doch zu abgeschreckt – es könnte ja die Nummer von Dieter Bohlen sein.

(Erwähnte ich eigentlich schon Bloc Party? Ja. Aber „Banquet“ und der Rest sind einfach genial. Und: Die Webseite ist auch nett, wie ich finde. Mit leichten Kodierungs- und id-Fehlern. Aber sonst schic.)

I still believe that I cannot be saved January 29th, 2005 Neustadt 3 Kommentare

… aber vorher kann ich noch jede Menge Spaß haben. Machen wir mal die Eurocard-Rechnung:

2 Bier im Spätshop: 2€
Öblwoi, Fanta und weitere Bier (sponsored by Jan & Asmus): 0€
nette Gespräche: unbezahlbar
nette Leute: unersetzlich
Tanzen: unruhig
Stiefeltrinken: naja.
Freuen, dass Asmus ne Flasche Havana Club in Prag sponsort: unvergleichlich
Selber ne Flasche beitragen müssen: ~8€ (geschätzt)
Jan (falsch) auch eine aufdrücken: ungerecht
gehen, wenns am besten ist: unlogisch
-”-, um im Alaunpark gefrorene Wasserkristalle an fremde Körper zu befördern: unbeschreiblich
sich dabei freuen wie ein kleines Kind: unbedingt
sich dabei von oben bis unten einzusauen: unwichtig
danach auf den Hügel gehen, um sich Dresden-Neustadt bei Nacht zu betrachten: unwirklich

Danke, Dresden!

(Aus dem Fundus an Musikvideos eine der Bands der 90er: Die Smashing Pumpkins (leitet auf billycorgan.com um – okay…). Mit einem großen Song: „Bullet With Butterfly Wings“.)

Informationell fremdbestimmt January 28th, 2005 Leben Kein Kommentar

„Unter den Bedingungen der modernen Datenverarbeitung wird der Schutz des Einzelnen gegen unbegrenzte Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe seiner persönlichen Daten von dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Art. 2 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG umfaßt. Das Grundrecht gewährleistet insoweit die Befugnis des Einzelnen, grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner persönlichen Daten zu bestimmen. Einschränkungen dieses Rechts auf “informationelle Selbstbestimmung” sind nur im überwiegenden Allgemeininteresse zulässig. “ (Urteil zur Volkszählung 1983).

Theorie und Praxis: Weit voneinander entfernt.

Schön, dass es mal einer so treffend sagt. Schlimm, dass es viele so machen.

Ach ja: Über nen Jahr eingebeckert, 1,5 Jahre in etwas anderer Form. Gewandelt von Neustadt über Musik, Netzleben und Politik. Gelegentlich dann doch auch persoenlicher, sei es Pop-Musik oder Frauengeschichten, die ja nicht immer gut ausgehen müssen.

Naja, so verändert dann doch nicht. Aber das Netz: 8058044651 GE. Schampus aber für den Karneval kaltgestellt lassen.

(Bestellt: … And You Will Know Us By The Trail Of Dead mit „Worlds Apart“. Großes Tennis.

Sie werden dafür bezahlt. January 20th, 2005 Leben Kein Kommentar

Während Deutsche Politiker sich heute aus gegebenen Anlass eine Pause machen gebührend trauern, wird in Washington der Wahlsieger George, II ins Amt „eingeführt“[1].

Während bei uns Schmier-Staatssekretäre zurückgeführt werden, gibt es im District of Columbia große Partys geschmissen, damit nun endlich auch der Iran fällt damit der Präsident beschwingt loslegen kann.

Das die Spitzensummen (MDR Info sagte im Radio etwas von 250 k$) von den möglichen Pipeline-Bauern führenden Energieunternehmen kommen, wundert vermutlich auch keinen mehr.

Unsere DNA wird übrigens bald auch von Hinz und Kunz gespeichert (Ich freu mich schon drauf, wenn die beiden sie von mir holen kommen).

Zynische Welt: Willkommen im Leben. Ich könnte auch schreiben: „Aber hier leben, nein danke“[2]. Aber man hat ja keine Wahl. So kaufe ich weiter Platten, gehe auf Konzerte[3] und versuche mein Umfeld sensibel zu machen. Und, ganz ehrlich, es wird (leider jetzt schon) Zeit, etwas dagegen zu machen. Husch, raus auf die Straße mit Euch!

—–
1: Suggestion, dass er bis heute nicht verstanden hat, was er da machen soll?
2: Tocotronic. Musik, zur richtigen Zeit. Kaufen!
3: siehe unten ;-)
(Die Sterne werden auch dafür bezahlt – aber nur für die Musik. Und die werde ich, heute, im Starclub, mit viel Bier live erleben. Man freut sich drauf.)