(K)eine Brieffreundschaft May 10th, 2006 Leben Kommentare (RSS) Trackback
Da schreibt nun Herr A. dem Herrn B. einen Brief. Herr B. möchte aber nicht mit Herrn A. sprechen, lieber bittet er Frau E., mit A. in Kontakt zu treten. Das alles erinnert irgendwie stark an Kindergarten und wer wem welches Schäufelchen weggenommen hat.
Diplomatie ist die Kunst und Praxis im Leiten von Verhandlungen [...] (Zitat: Wikipedia:Diplomatie)
Also genau das, vor dem sich A und B drücken.
Gucken wir uns aber einmal genauer an, was denn in diesem brisanten Brief drinsteht:
Kann sich jemand Jesus Christus (Friede sei mit Ihm), dem großen Boten Gottes, verpflichtet fühlen, die Menschenrechte respektieren, den Liberalismus und ein Zivilisationsmodell präsentieren, seine Gegnerschaft zur Weiterverbreitung von Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen erklären, den ‘Krieg gegen den Terror’ zu seinem Leitmotiv machen (…) - und dann zur gleichen Zeit (andere) Länder angreifen…?”
Nun ja, eine gewisse Rechtfertigung gibt es da ja, siehe die grüne Debatte zum Thema Kosovo.
Selbstverständlich, Saddam war ein mörderischer Diktator. Der Krieg wurde aber nicht geführt, um ihn zu stürzen; das hehre Ziel des Krieges war, Massenvernichtungswaffen zu finden und zu zerstören. (…) Im Fall Irak wurde gelogen. Was war das Ergebnis? Ich habe keinen Zweifel daran, dass Lügen in jeder Kultur verwerflich sind und dass man selbst nicht belogen werden möchte.
Nun, bei allem enthaltenen Populismus, da muss doch eigentlich jeder vernünftige Mensch seine Unterschrift drunter setzen.
In Guantanamo gibt es Gefangene, die nicht vor Gericht gestellt wurden, die keinen Rechtsvertreter haben, deren Familien sie nicht sehen können und die sich offensichtlich in einem merkwürdigem Land außerhalb ihrer Heimatländer wiederfinden. Die Bedingungen und ihr Schicksal unterliegen keiner internationalen Kontrolle. Niemand weiß, ob sie Gefangene sind, Kriegsgefangene, Angeklagte oder Kriminelle.
Auch hier: Mein Name kann darunter.
Natürlich habe ich gewisse Passagen ausgelassen, wo es zum Beispiel um den Staat Israel geht. Oder um die Rechtfertigung des iranischen Atomprogramms durch ein Anrecht auf Forschung.
Aber gerade in unserer »westlichen Welt« sollten wir uns Fragen, ob die Werte Freiheit, Offenheit, Toleranz, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit nicht wieder etwas mehr in den Vordergrund gestellt werden sollten. Wäre ja schade, wenn die in der Weltöffentlichkeit eher mit Menschen wie A. verbunden wird.
Top 5 » Brieffreunde
May 10th, 2006
11:24 pm
[...] Mehr als Brieffreunde werden sie wohl nicht mehr werden: George »I fought the law« W. Bush und Mahmūd »Mykonos« Ahmadī-Nežād. Dabei haben sie doch so viel gemeinsam: [...]