Archive for the ‘Sport’ Category

Schön ist es,…

Sunday, May 21st, 2006

…wenn man sich auskennt. Zum Beispiel in der Notaufnahme der Uniklinik Dresden. Weil man dieses Quartal schon einmal dort war. Und dazu spart man sich die sonst übliche Krankenhauspraxisgebührgegendenkrieg. Man weiß, wo es zum Röntgen geht. Man wird auf die fehlende Beule am Kopf und die dazugewonnene am Fuß angesprochen. Die Schwestern duzen einen, wenn man muskelrelaxantgespritzt auf der Krankenliege richtung radiologischer Untersuchung geschoben wird.

Notaufnahme, das ist ja ein an sich sehr schönes Wort für einen Ort, der zunächst nichts schönes in den Kopf springen lassen will. Ein Bisschen hört sich das nach dem Prinzip Notrecycling oder auch Notvernichtung an, aber ich glaube, eine Anfrage »Wo kann ich hier meine Not loswerden?« würde nur unschöne Assoziationen mit Notdurft verrichten hervorrufen.

Jedenfalls nicht der sechste Bänderriss, sondern nur die wievielauchimmerte Bänderdehnung. Sport ist Mord. Nicht ausgewalzte Außenrandflächen von Tennis-Sandplätzen in Kombination mit durchaus lockeren Bändern führt zu Spielabbruch. Game, Set und Match die anderen. Eigentlich schade.

Feinde im Wald

Sunday, January 8th, 2006

Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Sicher ein Spruch, der es locker in Schürs Top-5-Floskeln schaffen könnte. Und er stimmt auch nicht, wie folgende Geschichte beweist.

Ein sonniger Wintertag (in anderen Worten: heute) versprach bestes Wetter, um ein wenig Sport im Wald zu machen. In dieser Situation stellt sich mir immer die Frage, ob ich nur ein paar Schuhe oder gar ein ganzes Fahrrad zwischen mich und den Waldboden bringen soll. Ich entschied mich für letzteres, schnallte den Helm auf, zog die Jacke an und die Hosenbeine zu und begab mich auf die verschneiten Pisten der Dresdner Heide.

Nun ist zur Erklärung für außenstehende wichtig, die deutsche Grüßkultur zu verstehen. Hierzulande gibt es gewisse Orte, an denen man sich grüßt (Aufzug, Dorf, beim Betreten der Firma) und manche, an denen das tunlichst zu unterlassen ist (WC, Stadt, Dusche im Schwimmbad).

Im Wald (um wieder den Bogen zu kriegen) ist die Sache nicht so eindeutig geklärt: Gegrüßt wird hier streng nach einem hierarchischem System, wobei die unterschiedlichen Gattungen im Wald (Wanderer, Läufer, Fahrradfahrer, Walker) sich jeweils an der Spitze der Pyramide sehen und für sie unterwertige nicht grüßen. So kommt es, dass Läufer und Biker grußlos aneinander vorbeischwirren, während sich untereinander herzlich gegrüßt wird. Was herzlich in diesem Zusammenhang bedeutet, ist dehnbar: Biker nicken sich zu, Läufer heben die Hand (ähnlich wie Old Shatterhand in Winetou II) während Walker dank höherem Sauerstoffgehalt ihres Denkorgans ein ganzes »Tag« herausdrücken. Vielleicht ist das ja auch der Grund der Kommunikationsprobleme — zumindest werde ich, stets um die Völkerverständigung bemüht, durchgängig ignoriert, auch wenn ich die Identifikationsformen der unterschiedlichen Gruppen versuche zu adaptieren.

Eine der größten Bastionen des Rassismus ist also der deutsche Wald — vielleicht kann Fraumerkel ja auch dort was tun.

(Note to self: Einen Hund für die größe des Stöckchens zu bewundern (⌀30cm × 3m) ist keine gute Idee, wenn man dabei auf vereister Piste so wegrutscht, dass man fast das Herrchen umreist. Noch mal Glück gehabt.)

»You Only Live Once« singen die Strokes und werden dabei keineswegs irrelevant, wie mancher behauptet hat.

Bundestrainer gesucht

Friday, July 2nd, 2004

Benutzerhandbuch schreiben ist langweilig, deshalb begebe ich mich mal ganz schnell auf Trainersuche:

Da unser einziger Rudi Völler (manchmal ärgerts ja, dass es wirklich nur einen gibt) ja zurückgetreten und Ottmar Hitzfeld nicht in der Vorrunde ausscheiden will, haben wir ein Trainerproblem. Gesucht wird also ein sportlicher Mann[1] um die 50[2], der Lust hat, die (Männer-)Fußballnationalmannschaft für die WM 2006 zu qualifizieren. Was ja an sich nicht schwer ist, schließlich sind wir Gastgeber und damit automatisch qualifiziert. Aber höher sollten wir die Erwartungen ja nicht stecken, sonst werden wir eh nur wieder entttäuscht. Also, wer wirds? Meine Favoriten:

Gerhard Schröder. Nach „Gegen-Aussitzen 1998“ und „Flut 2002“ nun „WM 2006“ — der Gerd weiß einfach, wie er wiedergewählt wird.

Edmund Stoiber — hat leider schon abgesagt. Er wolle Gerhard Schröder nicht im Weg stehen und strebt stattdessen eine Rolle als längster Schattenkanzler der Bundesrepublik an.

Bernd Stange — nach dem Erfolg der Italien-Reise seines irakischen Teams (die Hälfte seiner Spieler beantragte Asyl) ein würdiger Kandidat (die deutschen dürften nur keine Reise durch Griechenland machen).

Lothar Matthäus — Schon der Kaiser sagt: „Ja, gutäää, der Lodda Matthäus ist natürlich einääää herausragende Persönlichkeit des teitschen Fussballs… Nach mir die Lichtgestalt Nummer Zwo, undäää, da michääää noch keiner gefrragt hat, ist der Lodda die natürlich Konsequenz.“

Boris Becker — hat schon alles durchgemacht, was jemanden zum Bundestrainer qualifiziert (Erfolge auf Rasen und uneheliche Kinder wie der Kaiser), für mich Kandidat numero uno.

Christoph Daum: Durch die gerechte Verteilung von Koks auf der die Coaching-Zone begrenzende Strichlinie wäre eine gezielte Leistungssteigerung möglich. Kommentar nach der Einwechslung vom 1. Ausländer (Bastürk für Kahn): „Ich tat das, weil ich ein absolut reines Gewissen hatte“. Da hat wohl jemand zu viel Werbung für den weißen Riesen gesehen, aber sieht ja auch verdammt ähnlich aus.

Otto Rehagel. Genau. Auf den haben wir alle gewaret? Mit Sicherheit nicht. „Was ist grün und stinkt nach Fisch?“ Demnächst an dieser Stelle: 10 Gründe, warum kein Ex-Trainer von Werder Bremen Bundestrainer werden sollte. Willi Lemke ist Nummer 11.

Also, happy searching — vielleicht hilft ja auch Google weiter?

[1]: warum eigentlich keine Frau? Sabine Christiansen?
[2]: Schade, Stefan. Das tut mir aber leid!

(„Es lebe der Sport“ — Reinhard Fendrich)

Fieber

Wednesday, June 9th, 2004

Sechs Wochen bis zur ersten von sechs Klausuren, die sich bis zum 10. August hinziehen. Was sollte man also machen? Richtig, lernen.

Drei Wochen noch, bis das Softwaretechnologie-Praktikum beendet sein sollte. Was sollte man also machen? Richtig, programmieren.

Noch immer die Hälfte der Arbeiststunden des Mais offen? Nichts wie hin und arbeiten.

Aber nein, ich guck mir lieber ein paar Webseiten an. Denn ich habe Fieber. Fieber? Ja, Fieber. Fußballfieber. In drei Tagen beginnt die Europameistermeisterschaft, und ich beweg mich lieber auf kicker.de, Sport1.de und 11Freunde.de herum. Und bevor hier jemand dumm fragt: Natürlich werden wir Europameister.

(Sportfreunde Stiller mit „10:1“ — auf dem Konzert ungespielt, aber ansonsten doch recht tanzbar, die Jungs. Fein gemacht! (Wie’s auch Rudis Jungs machen werden!))