Archive for the ‘Neustadt’ Category

Buntes Dresden 2007

Tuesday, June 19th, 2007

Mein Experiment mit Herrn Twitter ging schief: Die Tasten sieben und * meines Mobiltelefons finden, dass nur wiederholtes Drücken ihre Aufmerksamkeit erfordert. Deshalb habe ich die nur sehr kurz geratenen Beiträge wieder herausgenommen, damit man sich hier wieder auf das konzentrieren kann, worauf es ankommt: Inhalt. Denn den hatte die Bunte Republik auch dieses Jahr.

Gefühlte weniger Besucher erlebten wieder ein zweigeteiltes Stadtteilfest: Auf der einen Seite die Stände aus vier Bierkisten und einem Brett, bei denen es Limettenbrause für 30 Cent gab, auf der anderen Seite den durchgestylten Radebergerwagen mit Bier für zweieinhalb Euro. Links die Punkband, die eine Akkustikcoverversion eines Ramonesklassikers vortrug. Rechts große Bühnen mit Tekknountermalung und ohne Herz. Oben Polizisten, deren Hightechanzüge jedes Jahr dicker werden, unten BRN-Ordner, die den Kindern die Wasserpistolen auffüllen.

Ich jedenfalls hatte Rund um die Talstraße und den Lutherplatz sowie auf diversen Hinterhoffestivitäten durchaus meinen Spass, der noch nicht einmal vom heftigen Regen Freitagnacht unterbrochen wurde.

Und zu den 50 militanten Linken, die am Samstag abend festgenommen wurden, kann man nur »recht so« sagen. Auch wenn jetzt eine Freundin von mir bei der Polizei registriert ist und Sonntag nicht wieder in die Neustadt einreisen durfte. Aber klar ist, dass sie sich schuldig machte: Sie wollte nach Hause. Wie ca. die Hälfte der Festgenommenen auch. Und sie trug, so weit ich weiß, einen Ringelpullover, den man nur schwerlich mit einem Stein verwechseln konnte. Aber das nur am Rande…

(Update: Drüben bei »Die Neustadt« gibt es mehr.)

sehr schön: diese uniformiert…

Friday, June 15th, 2007

sehr schön: diese uniformiertheit der radebergerbierwagen auf einem doch der alternativen szene entsprungenen stadtteilfest…

(Ja, es ist wieder BRN. Die Tage werde ich hier ein wenig mit meinem Twitter-Account das Netz befüllen. Stay tuned.)

Dresden, I like you

Wednesday, January 18th, 2006

Du sitzt seit ein paar Tagen an Sachen, die keinen Spaß machen, die aber gemacht werden müssen, willst Du irgendwann mal fertige Software präsentieren. Dann ist etwas unklar, Du rufst Deinen Chef an, stellst fest, dass Du vieles und er einiges nicht richtig verstanden hattet. Bzw. uns beiden nicht ganz klar war, wo das ganze eigentlich hinführen sollte. Mißverständnisse zwischen Ingenieur und Informatiker, die frustieren können: Zumindest, so sie denn ein paar Tage Arbeit über den Jordan jagen. Du guckst aus dem Fenster und es schneit. Aber nicht dieser schöne, dicke, langsame Schnee ist es, der gegen dein Fenster treibt, nein, unten auf der Straße ist klar zu erkennen, dass das ganze Unmengen Matsch produzierst.

Du denkst Dir, dass Du raus musst. Abreagieren. Nicht bald nach China oder irgendwann nach Neuseeland, sondern jetzt, sofort. Widerwillig ziehst Du Dir die Laufsachen, grinst blöd ob der kleinen Freude, dass es heutzutage wenigstens Funktionswäsche für solche Tage gibt. Du gehst vor die Tür, kalter Wind bläst Dir ins Gesicht. Du läufst die ersten Schritte. Der Puls geht viel zu schnell hoch, Du bemerkst zynisch (und nicht nur im inneren Monolog), dass der Jahreswechsel wohl nicht so spurlos an Dir vorbeigegangen ist. Die Nase läuft schon nach wenigen Hundert Metern, das ganze kann ja gar nicht gut werden.

Du erreichst die Heide und guckst, wie die Eisschollen in der Priesnitz treiben. Du siehst die Spuren von Eichhörnchen auf einem Baumstamm und bemerkst, wie ein leises Grinsen auf Dein Gesicht wandert. Das zynische Du behauptet, dass es eh nur festgefroren sei, Du weißt zwar, dass das wahrscheinlich sogar wahr ist, Dir aber ist das egal. Du läufst weiter, plötzlich steht ein Reh vor Dir. Ihr guckt Euch in die Augen, ein kurzer Moment nur, bis es weiterspringt. Du erreichst den Waldfriedhof, läufst weiter Richtung Elbe, kommst am Waldschlößchen raus. Entlang der Elbe siehst Du erst die Schlösser, hinten erahnst Du das Blaue Wunder. Du läufst Richtung Stadtmitte, erkennst auf der anderen Elbseite das alte Dresden in all seiner Pracht: Brühlsche Terasse, Frauenkirche, Semperoper, Zwinger. Du läufst weiter, biegst irgendwann rechts ab, läufst durch innere und äußere Neustadt. Zwei Punks vor dem Plus feuern Dich an — freundlich, nicht abwertend. Bald zu Hause, bald Dusche und Tee.

Zu Hause. Tee. Dusche.

Selbst wenn alle Freunde weggezogen sind, wirst Du diese Stadt immer noch mögen.

(Passend dazu: Interpol mit »Cmere«)

Schwulenrechte

Saturday, June 4th, 2005

… scheinen die beiden einzigen Gruppen zu sein, die hier in Dresden Demos machen. Nein, natürlich nicht. Und auch genug der Wortspiele. Aber:

Warum in aller Welt müssen die mitten in der Nacht um 14 Uhr quer durch mein Schlafzimmer eine Straße weiter rummarschieren, und so die Leute, die früh um 8 Uhr morgens schlafen gegangen sind?

Nun gut, Dresden hat halt seine eigene Jugend- Schwulenbewegung. Und es ist ja auch Christopher Street Day.

(Nachdem ich mein Wasser getrunken habe, erhole ich mich bei Jack Johnson, dem Mädchen-Konsens, den wir uns gestern abend auch ca. 22 Mal anhören mussten durften: „Sitting, Waiting, Wishing“)

I still believe that I cannot be saved

Saturday, January 29th, 2005

… aber vorher kann ich noch jede Menge Spaß haben. Machen wir mal die Eurocard-Rechnung:

2 Bier im Spätshop: 2€
Öblwoi, Fanta und weitere Bier (sponsored by Jan & Asmus): 0€
nette Gespräche: unbezahlbar
nette Leute: unersetzlich
Tanzen: unruhig
Stiefeltrinken: naja.
Freuen, dass Asmus ne Flasche Havana Club in Prag sponsort: unvergleichlich
Selber ne Flasche beitragen müssen: ~8€ (geschätzt)
Jan (falsch) auch eine aufdrücken: ungerecht
gehen, wenns am besten ist: unlogisch
-”-, um im Alaunpark gefrorene Wasserkristalle an fremde Körper zu befördern: unbeschreiblich
sich dabei freuen wie ein kleines Kind: unbedingt
sich dabei von oben bis unten einzusauen: unwichtig
danach auf den Hügel gehen, um sich Dresden-Neustadt bei Nacht zu betrachten: unwirklich

Danke, Dresden!

(Aus dem Fundus an Musikvideos eine der Bands der 90er: Die Smashing Pumpkins (leitet auf billycorgan.com um – okay…). Mit einem großen Song: „Bullet With Butterfly Wings“.)

Vorsatz gebrochen

Friday, January 7th, 2005

Soso. Der Herr Lange hat sich also (vor 4 Monaten) vorgenommen, unter der Woche nichts mehr zu trinken. Alkoholfreie Getränke waren selbstverfreilich erlaubt. Haltige aber wurden regelgerecht ignoriert. Das lief eine Zeit sehr gut, danach nicht mehr ganz. Und jetzt habe ich Mittwoch und Donnerstag auch wieder recht viel getrunken. Aber es hat sich gelohnt:

  • getanzt, zu guter Musik (Mi/Do)
  • festgestellt, dass zu hohe Männerquoten unatraktiv sind (Mi)
  • Bier gekriegt, obwohl die Kneipe schon zu machte (Mi)
  • Danach dort diskutiert, noch zwei Stunden über Gott und die Welt (Mi)
  • Dabei zur Überzeugung gekommen, dass Alter (70) und Jugend (22, 23, 30(?)) sehr gut zusammenpassen, was solche Runden angeht (Mi)
  • den Entschluss gefasst, mit 70 genauso zu sein (Mi)
  • die Wichtigkeit des hohen Bagelkonsums erfasst (Mi)
  • bemerkt, dass drei Cocktails auch den Stärksten (mich!) leicht aus der Bahn werfen können (Do)
  • begeistert, dass ich die Frage „Tanzen gehen“ (Donnerstags äquivalent zu „noch ne Viertelstunde ins Flopo?“) mit einem sehr zögerlichen „ja“ beantwortet habe (Do)
  • erfreut, dass die Frauenquote hier besser ist (zumindest für mich) (Do)
  • gegrinst, nachdem ich meine Telefonnummer in ein fremdes (englischsprachiges) Handy eingeben durfte (Do)
  • verkatert – nach dem Aufstehen. Und noch nicht mal Milch hab ich (Fr)
  • wartend, dass ich angerufen werde (und hoffend, dass ich meine eigene Nummer tippen kann) (Fr bis ?)

Und das beste: Das Wochenende kommt erst noch!

(„Sorry Sorry“ for making your life a living hell singt Gevater Alkohol. Nein, stimmt gar nicht: surft Rooney. Dabei ist mein Leben gar keine Hölle. Ich find es sogar eigentlich ganz OK.)

Sicherheit

Saturday, June 19th, 2004

Otto Schily ist ja desöfteren um unsere besorgt. Der Herr Beckstein aus dem Süden unserer Republik (die übergangsweise ja von König Fussball regiert wird) auch. Aber am heutigen Tag, muss ich sagen, fühl ich, dass mir nicht viel passieren kann. Wieso?

Es ist BRN, also Stadtteilfest eines „etwas anderen“ Stadtteils. Ich (betrunken) wache um drei Uhr auf, weil irgendwelche Lieferwagentüren auf und auch zugehen. Sind aber gar keine Lieferwagen, sondern Sixpacks. 11 Stück auf 30 Meter Förstereistraße, bestückt mit einer überabzählbaren Menge Polizisten. Zumindest meinem Auto wird dann wohl heute nichts passieren.

Was allerdings der „alles raus!“-Ruf eben bedeuten soll, will ich eigentlich nicht wissen…

(Oh, sie fahren wieder (gibt’s interessantere Orte?): Suede mit „He’s gone“, häufig unter-, zeitweise auch überschätzt)

Gute Musik

Saturday, May 29th, 2004

Wie nennt man die Lost Prophets, die Strokes, die White Stripes, Kings of Leon, U2, the Coral uvm.? Richtig, gute Musik. Und selbst wenn das im letzten Party-Schuppen Dresdens gespielt wird, verspricht es doch, ein netter Abend zu werden. Und der war es auch. Danke DJ, Danke Flopo.

(Ich hoffe ja für solche Gelegenheiten demnächst einen anderen Song bereit zu halten. Für jetzt bleibt es „Last Night“ von den Strokes. )

Festivität

Saturday, May 1st, 2004

Wie nennt man es, wenn 70 Leute sich eng an eng in eine Wohnung quetschen, um diese mit Kippenresten und zerstörten Bierflaschen (nebst Inhalt) in ein dreckiges Etwas zu verwandeln? Richtig, Party. Und wenn jemand, so wie ich, irgendwo einzieht, ist es dann eine „Einzugsparty“. Schon erstaunlich, dass es Leute gibt, denen die Verwüstung einer Wohnung nicht ausreicht sondern lieber in Gärten einbrechen, Flaschen aus dem Zweiten Stock schmeißen oder aber (natürlich vorher geleerte) Schnapsflaschen auf den Fussabtreter der Vermieter zu stellen.

Aber noch schöner ist es eigentlich, wenn man Gastgeber ist und von alledem gar nichts mitkriegt — schließlich kann man ja auch (viel) Alkohol konsumieren, sich mit (sehr, sehr netten) Leuten umgeben und zu (lauter) Musik tanzen. Und nach einem Tag aufräumen und langsam verschwindenen Kopfschmerzen ist das Fazit, dass es eigentlich doch sehr viel Spaß bereitet hat. Nur dem Verstärker anscheinend nicht, denn dieser verabschiedete sich (leider) viel zu früh.

Ach ja, Fotos gab es auch.

(The Strokes: „Last Night“)

Wohngemeinschaft

Wednesday, March 3rd, 2004

Wohnungssuche — eine für mich (der es vorher einmal „durchgemacht“ hat — und dabei eigentlich sehr erfolgreich war) recht unangenehme Sache. Obwohl ich auch diesmal, ein kleines Treffen im „Trotzdem“ ausgenommen, direkt beim ersten Mal fündig wurde. Nette Leute, nette Wohnung, nette Gegend (natürlich Dresden-Neustadt, äußere). Hab ich schon die netten Leute erwähnt? Kochen können sie wohl auch ganz gut, ich musste leider beide Male absagen und werde meine „Leidens“berichte daher erst später veröffentlichen können. Und heute (nach Vertragsunterzeichnung) gabs erstmal nen Piccolo, und dann holte Robert auch noch seine Whisk(e)y[1] Flasche raus. Hatte ich die netten Leute erwähnt?

[1] unser neuester Mitleser wird sich natürlich wundern, dass ich da nicht sagen kann ob ein e hinmuss oder nicht — mir fällt weder ein, was auf der Flasche stand, noch, wo sie herkam — Asche über mein Haupt.

(„O Fortuna“ aus Carl Orffs Carmina Burana. Und was lernen wir: Manche Menschen lebten später, als man denkt.)