Archive for the ‘Netzleben’ Category

Danke. Für die großartige Zeit.

Friday, January 11th, 2008

Liebes tug,

es war schön mit Dir. Ich könnte jetzt über viele Momente reden, die ich mit Dir hatte, die Musik, die ich mit Dir teilte, die Verzweiflung, die ich durchaus des öfteren bei Dir auslassen durfte. Ich habe, nicht nur, aber auch, durch Dich fabelhafte Menschen kennengelernt. Menschen, die ähnlich kaputt und deswegen ähnlich toll sind wie ich. Menschen, mit denen ich Unmengen an Vodka trank. Menschen, mit denen ich Pizza aß. Und eines der tollsten Konzerte ever hörte. Menschen, die ich küsste. Menschen, die mir auch in der Ferne durchaus häufig nahe waren. Und auch die Menschen, die ich nicht küsste, mit denen ich keine Pizza aß und keinen Vodka trank. Die ich nur laß, und in dieser Trunkenheit — undb genau! — Denn darum ging es ja eigentlich, und deshalb war es jenes »genau«, das es so genau traf, worum es eigentlich ging.

Jedenfalls war heute wieder einer jener Abende, an denen man nach Hause kommt und eigentlich weiß, dass man das tuggen muss. Da sind Weisheiten, die ausgesprochen werden von den gar nicht Weisen, da gibt es diese tolle Frau, wie es sie immer gibt in den getuggten Geschichten, und da gibt es dieses große Ganze, die Freundschaften und all den Scheiß, der eigentlich erst zeigt, wer man ist, wo man hingeht und herkommt und sonstwas. Eigentlich auch egal, Hauptsache tuggbar.

Stefan, hey, kein Vorwurf, Du/Ihr habt tug zu dem gemacht, was es war, ein Tummelplatz voller Exzentriker des Webs, von großen Bekannten über die kleinen Verzweifelten bis zu den mittelgroßen Nervenden. Und wenn Du/Ihr sagt, dass Schluss ist, dann respektieren wir das, auch wenn wir natürlich sagen müssen, dass uns selten was mehr berührte als die Schließung von tug. Wenn wir nicht grade über ein Post eingeschlafen sind. Danke für den Fisch, und wir werden uns lesen, egal wo.

In mir broderts… nicht.

Thursday, August 9th, 2007

Mein lieber Henryk M.,

Ich könnte ja einiges Schreiben gegen deinen Artikel »Prekariat? Hier werden Sie geholfen!«. Ich könnte »Humanismus!« rufen, »soziale Errungenschaften!«, und Dir dann erklären, was das alles damit zu tun hat, das wir vielleicht kein neues 33 kriegen. Warum es Menschen gibt, denen geholfen werden sollte, und warum das Fehlen eines spöttischen Untertons in einer TV-Reportage gar nicht kritikwürdig ist. Aber ich glaube, unser beider Zeit (und Blutdruck!) ist besser getan damit, dass ich Dich jetzt wieder vor deinen Fernseher lasse, damit du auf FOX sehen kannst, wer als nächstes maltretriert gehört.

Du willst doch nur spielen, oder?

Gedanken zur Kulturflatrate

Sunday, February 26th, 2006

Danke, René, für diesen wundervollen Text, auch wenn ich ihm in den Konsequenzen, die Du ziehst, nicht ganz folgen kann. Sicher, da ist einiges faul im System, wie Johnny schrieb, wie man lesen und auch fühlen kann. Und das überall, nicht nur im Bereich Musik, der aber natürlich für uns, die das anspricht, sehr präsent ist.

Aber löst eine Kulturflatrate wirklich die Probleme? Schafft sie vielleicht auch neue?

Nehmen wir zum einen die Verteilung der Musik. Diese müsste, um die Registrierung der Musikstücke vorzunehmen, relativ zentral (etwa P2P mit Servern) geschehen. Dabei wird es nicht möglich sein, jedwedes Format anzubieten, so dass wohl nur 3-5 Formate (sagen wir mal, optimistisch wie wir sind: MP3, Ogg Vorbis, AAC, WMA) in durchschnittlicher Größe (192kbit?). Was aber, wenn ich ein anderes Format will? Etwas fortschrittliches, vielleicht mehr als Stereo? Evolution ist hier wohl schwerlich möglich, weil ja keine Konkurrenz mehr da ist.

Gehen wir weiter zur Verteilung der Einnahmen: Durch die zentral erfassten Downloadzahlen werden die Gelder gerecht verteilt. Das ist jetzt aber nicht anders, abgesehen davon, dass die Musikindustrie vielleicht in viel kleinerem Maße beteiligt wäre. Bei ähnlichem Marketing werden weiterhin Shakira, P. Diddy und Coldplay den Großteil der Gelder machen, nicht Calexico, Clap Your Hands Say Yeah, les Mercredis oder, im großen, die Arctic Monkeys. Denn die sind alle unglaublich gut, authentisch, genial und (sagte ich es schon?) gut. Aber eben auch (und grade deswegen gut) etwas sperrig, schräg und nicht massenkompatibel, weil sie nicht auf Raabs Couch, Tommys Sofa oder MTVivas Schirm passen, nicht nebenher beim Kreuzworträtsellösen gehört werden wollen und sich nicht zur Untermalung eines Liebesfilms eignen (Wir wissen, das dem nicht so ist. Aber sie doch nicht.).

Apropos Einnahmen: Wie sehen die aus? Auf den Fairsharingseiten liest man etwas von rund fünf Euro im Monat. Wohl gemerkt: Von allen Netzteilnehmern, eingesammelt von einer Mammutbehörde a là GEZ (siehe unten). Macht 40 Mio. × 5 € = 800 M€ 2003 hatte die Industrie noch 1650 M€ Umsatz. Wie viele Leute kaufen aber noch (agesehen von uns Vinyl-Liebhabern) Tonträger, wenn sie legal und sehr einfach (so muss das System sein, um nicht ungerecht zu werden) alles aus dem Netz ziehen können. Ach so: Filme und Texte sind da noch gar nicht drin. Sprich: Es wird viel weniger Geld an die Künstler verteilt, und das nach einem Schlüssel, der für die uns sympathischen nicht unbedingt besser wird.

Vielleicht ja sogar schlechter — denn wenn die Industrie schon bei so etwas mitmachen würde, ließe sie es sich wohl kaum nehmen, an der Verteilung der Stücke die Finger mit im Spiel zu haben. Das sähe zum Beispiel so aus, dass amazonescque Empfehlungen in bestimmte Richtungen gehen würden, die den Konzernen eher genehm sind. Vielleicht müssten sie das noch nicht einmal tun: Man konnte das schon an den Verkaufscharts bei dem eben genannten Amazon sehen, dass der Mainstream diese stark verändert.

Was für neue Probleme würde die Kulturflatrate schaffen? Allen voran wohl eine GEZ-ähnliches Monstrum von Behörde, das die Gelder verteilt und zu einem gewissen Anteil auch gleich wieder verschlingt. Auf der einen Seite wehren wir uns gegen die GEZ, wo wir nur können, zum anderen wollen wir gleich eine neue schaffen — kaum konsistent.

Sicher würde ich mich freuen, wenn ich statt der ca. 50-80 Euro, die ich im Monat für Schallplatten ausgebe, diese Summe auf ein Zehntel zurückführen könnte. Das bedeutet aber, dass andere für die Differenz aufkommen müssten. Leute wie meine Eltern, die sich fast nie Musik kaufen, weil ihnen das Radio, für das sie ja Gebühren zahlen, vollkommen ausreicht. Die Ihr Geld vielleicht lieber für den Tennisverein, Ihre Fahrräder oder das Theater ausgeben — und jetzt von dem Geld etwas abzwacken müssten, um meinen Musikkonsum zu kompensieren.

Das alles ist aus meiner Sicht ein Angleichen auf unterem Niveau, das Innovation, Individualität und Kreativität eher unterdrückt als fördert. Sozialismus im kleinen, sozusagen. Gut gemeint, gut gedacht, aber real würde es schiefgehen, da bin ich mir sicher. Das das System in Schieflage geraten ist, ist vollkommen klar — aber die Kulturflatrate, nein, die kann keine Lösung sein.

(Gestern beim Hard-Fi-Konzert gewesen, und »Living For The Weekend« war Highlight und Schlusspunkt zugleich. Später wohl mehr dazu.)

[Entf]

Wednesday, February 1st, 2006

Diese Taste sollte man wirklich lieben lernen. Wahlweise auch [< -] die hier, aber bei [Entf] kann man viel besser auf die Bedeutung schließen.

Jedenfalls ist es ungeheuer befreiend, einen Eintrag zu schreiben, sich diesen nocheinmal durchzulesen und festzustellen, dass manchmal weniger einfach das neue mehr ist. Ich könnte jetzt noch ne Menge über Statistiken, Vielleser und Schadefinden schreiben, aber irgendwie finde ich die Sonne grade spannender.

Einen schönen Tag noch!

(Schnell noch aus dem gelöschten Wiederhergestellt: Clap Your Hands Say Yeah spielen mit »Details Of The War« ein Lied, das irgendwie an Dylan erinnert. Irgendwie auch an Arcade Fire. Und eigentlich nicht verglichen, sondern vielmehr gehört werden sollte.)

Blog-Gedanken

Monday, November 28th, 2005

Seit einiger Zeit siniere ich über Fragen wie warum Politiker grundsätzlich keine Ahnung haben oder wer in aller Welt grüne Paprika mag. Eine weitere dieser Fragen ist »Was ist Eingebeckert?« Ich versuche mir und der werten, inzwischen wohl wirklich kleinen Leserschar ein paar Antworten zu geben:

  1. (ausgrenzend) Es ist nicht Top 5.
  2. (eingrenzend) Es ist der Versuch, wirre Gedanken in geordnete Bahnen zu lenken.

Zu 1.: Ich merke schon länger, dass an meinem Verhältnis zu dem »Nebenprojekt«, das inzwischen mit seinen konstant über 150 Lesern, 7 Mitautoren und täglichen Artikeln mehr zu einer Hauptbaustelle geworden ist, etwas nicht stimmt. Des öfteren versuche ich, bestimmte Themen, die mir wichtig sind, in das Top-5-Muster zu pressen — und scheitere nach einer halben Stunde kläglich. Auch gibt es mir wichtige Themen wie die Politik, neue Platten usw., die einfach nicht in das Kleid passen, sondern einfach enge Hosen brauchen, damit man auch die Eier sieht. Um mal bildlich zu sprechen. (Und das ein Schottenrock auch gehen würde, lassen wir mal in den Gedanken der Leser wirken.)

Was daraus folgt: Ich brauche Eingebeckert, und finde es sehr schade, dass ich es so habe einschlafen lassen. Es wird sowohl Top 5 als auch Eingebeckert gut tun, wenn sie ihren berechtigten Raum zum atmen haben, denn keines ist Teil einer Inhaltsliefermaschine oder mit irgendeinem Hintergrund außer dem Schreiben entstanden, und das soll auch so bleiben (ohne natürlich Selbstzweck zu sein).

Zu 2.: Eingebeckert wird nie ein Liebesgeschichtenforum à la Sebas oder eine Offenbarung des Innersten wie Bad Cover Version. Auch wenn ich beide sehr gerne lese, glaube ich nicht, dass ich so etwas schreiben will oder auch könnte. Stattdessen schreibe ich hier nieder, was ich denke, da kann natürlich ein Teil von dem vorher genannten dabei sein, die Begegnung in der Kneipe nachts um fünf oder aber sonstwas. Wirres nicht wie bei ix, sondern einfach der Inhalt dessen, was sich »mein Kopf« (bitte mit rrrrollenderrrr Hitlerrr-Stimme vorrrrlesen) schimpft.

Konsequenzen? Zu aller erst wird hier wieder mehr geschrieben, gerne auch mit Bezug zu einer Liste drüben oder auch ohne. Das ganze Blogkram gibt es dort, denn ich sehe wenig Sinn darin, mit meinem »privaten« nach außen zu stehen, wenn ich eine solch wunderbare Visitenkarte habe.

Eingetopft.

Saturday, February 26th, 2005

Jetzt ist es raus: Es gibt Personen, die irgendwie alles in eine Top-5-Liste packen müssen. Und der Herr Hornby ist da kein Einzelfall: Ich mache das hier ja auch ab und an, und zumindest wenn man an die Erfolge von Chart-Shows und nicht zuletzt High Fidelity denkt, sollte es doch auch ein paar Leute geben, die begeistert davon sind, wenn man ein paar Schubladen nimmt, dort Zahlen von 5 bis 1 draufmalt und Dinge hineinstopft. Und so war dann, dank Lenas gedanklicher Mithilfe in den Kommentaren hierdrunter, klar, dass die Welt nichts sehnlicher braucht, als einen neuen Papst ein Top 5-Weblog. Tja, und was die Welt braucht, das kriegt sie.

(Nr. 5 der Lieder, die ich beim Top-5-Listen-machen höre: Anajo mit „Honigmelone“ mit Textstellen, die zitierwürdig sind. Ein Beispiel: „Ich habe die Annahme, Du bist die Ausnahme“)

Bunt ist besser.

Tuesday, November 9th, 2004

Nachdem heute eine Vorlesung ausgefallen war (wie schade aber auch!), musste ich die Zeit nutzen und mir eine neue Schallplatte kaufen. Die unten angesprochene Soundtrack ist schon gekauft (und für gut befunden) worden, Razorlight scheint immer noch nicht da zu sein – aber da der Laden nicht offen hatte, war das auch sch relativ egal.

Also ab nach hause und überlegt, was zu tun ist. Ja, und Ihr wisst es eh schon selbst: Dieses Gelb-Blau-Gedöns löst Strichmännchen-Grau ab. Noch nicht fertig, wie man sehr schön im Internet Explorer (und auch ganz bestimmt in meinem anderen Liebling) etc. sehen kann, aber das grobe Konzept steht. Und nein, ich habe weder zu viel Sgt. Pepper’s Lonely Heart Club Band, die „Smile“ (großartig!) gehört, noch zu viel Web-Doktor gelesen (seit 2001 unerfolgreich abgemeldet).

(Tocotronic singen (auf der netten „10th Anniversary“) „The idea is good, but the world isn’t ready yet“. Das reimt sich übrigens ganz hervorragend auf „probably she has no time, i bet“. )

River Blogging

Monday, October 4th, 2004

Wie bereits angekündigt, will der Herr Lange eine eingenes Werkzeug zum Verwalten seiner Seiten schreiben. Aber das dauert, denn so häufig, wie ich mich mit den ganzen Viagra und Poker-Angeboten auseinandersetzen muss (nein, noch nichts gewonnen), kommt man ja zu sowas nicht. Aber ein Name steht schon TEMSE, The Eingebeckert Management Server Edition. Das Tabellendesign ist schon von Movable Type geklaut selbst entworfen worden, nur der Perl-Teil muss noch auf unseren Adventskalenderbeitrag warten. Obwohl ich natürlich auch gerne mal sowas in Lisp schreiben würde, so langsam sollte ich ja Übung haben.

(„Homecoming“ vom erstaunlich guten neuen Green Day-Album spielt, während ich DELETE FROM mt_comment WHERE comment_author LIKE "%Poker%" mache.)

Danke Frank!

Thursday, May 27th, 2004

Also, dieses Blog Eingebeckert läuft ja bekanntlich mit Movable Type, die kürzlich ihre Lizenzbedingungen geändert haben. Will ich also updaten (und: ja, man will ab und an, Sicherheitslücken etc.), soll ich zahlen. Schön. Sehr schön.

Nicht, dass ich ihnen nicht gönne, fremder Leute geld einzusacken: Die Programmierer sollen ja auch von was leben. Ich jedoch sehe mich nicht in dieser Gruppe, denn 1. bin ich für mich kein Fremder und 2. gebe ich mein Geld lieber für CDs aus (die neue Kings of Leon kann nur empfohlen werden!).

Deshalb brauch ich also ein neues System, dass Einträge, Kommentare, RSS usw. verwaltet. In Frage kommen:

Seid also gespannt, was sich hier demnächst tun wird: Ein neues Logo ist auch schon fertig!

Ach ja: Danke, Frank für die Empfehlung! ;-)
(Für alte Smiths-Fans: Morrissey, unverkennbar: „I’m Not Sorry“)

Favicon

Monday, February 16th, 2004

„Favicons“ — wie der Kenner sagt, oder auch „die Dinger neben der Adresszeile“ — wie der Normalo sagt. Meins stammt noch aus der Zeit, als die Freehand Smiley Inc. die Weltherrschaft übernehmen wollte. Andere nehmen ihre Trüffelschupser, äh, Front- und Seitenschweine wie der Kollege Schür(johann). Ich nehme jetzt all die derjenigen, die sich erlauben hier zu posten — kann man auch in den Kommentaren sehen. Und der letzte Satz, so verquer er klingen mag, ist meiner Meinung nach sogar richtiges Deutsch.

[EDIT: Dank übrigens an Syntactic Saccharose für dieses „Feature“]

(Klingt Deutsch, ists nicht: Franz Ferdinand. Nich der, sondern die Band. Mit sehr guter Musik, z. B. „This Fire“)