Gut gehört 2004 December 21st, 2004 Musik Kommentare (RSS) Trackback

Richtung Abschluss des Jahres darf natürlich eine Top 5 des Jahres nicht fehlen. Ich weiß, Ihr habt alle da drauf gewartet…

Nicht dabei: Feist, M.A.S.S., Soundtrack Of Our Lives, the Hives, Slut, Badly Drawn Boy, Jimmy Eat World, Elliott Smith, John Frusciante, Morisssey, Mclusky, Graham Coxon, Rooney, the Zutons, Air. Alle Großartig. Ein paar Live gesehen, viele gekauft. Und: die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Es gibt wirklich gute Musik, die leider viel zu selten gespielt wird.

Auch ein besonders freundlich lachendes Album ist nicht dabei: „Smile“ von Brian Wilson. Nicht, dass es zweifelsohne in die Top Fünf käme (nicht jedoch an der Eins Vorbei). Aber: Ein dreißig Jahre altes Album hier einzureihen wäre genauso vermessen, wie eine der teilweise recht netten Best Ofs aufzunehmen, die alle Jahre wieder erscheinen. Und deshalb hat sie den (imaginären, da alle drei noch nicht gekauft wurden) Platz zwischen der „Pet Sounds“ und der „Sgt. Peppers“ sicher. Mehr aber nicht.

Also, genug herumgeredet, hier sind sie:

5. The Libertines – dto.

Großes Album. Große Band. Kindische Frontmänner, die dem ganzen ein Ende bereiten – sehr schade. Nun denn, sie hinterlassen zwei Alben, die durchaus häufiger hörbar sind. Sei es als CD bei mir oder auf Rolands Plattendreher (Herzlichen Glückwunsch, auch an dieser Stelle!).

4. Mando Diao – Bring Em In

Rocco Cleins letzte Lieblingsband. Natürlich neben Oasis. Unglaublich catchy, das wilde „Yeah yeah yeah!“ wird, egal ob auf der Tanzfläche, im Auto oder sonstwo natürlich inbrünstig mitrausgegrölt. Begleitete einen sehr schönen Urlaub, aber nicht nur den. Und am schönsten ist: Das neue Album ist schon in den Startlöchern. Nachteil: Beide gibt es nicht auf Vinyl. Prinzipien sind also dazu da, gebrochen zu werden…

3. Interpol – Antics

Ja nee, ist klar. Viel zu langsam. Nicht tanzbar. Irgendwie 80er. Zerbrechlich.

Ja und? Wenn ich das (wirklich zerbrechliche) „Rosemary, heaven restores you in life“ höre, ist die Gänsehaut nah und der kalte Schauer definitiv schon da. Wundervoll.

2. Razorlight – Up All Night

Ich gebe zu: Hipper Scheiß. Ich falle des öfteren auf Gehypten Indy-Gedöns rein. Wie man ja insgesamt sehen kann. Und: Ich werde eigentlich recht selten enttäuscht. Und von Razorlight erst recht nicht, „Up All Night“ rotiert am häufigsten in meinen Zimmer (Aber nur, weil Nr. 1 nur als CD gekauft wurde). Und wenn dann eine Libertines/Razorlight-Supergruppe kommen muss, es gibt jedenfalls schlechtere Bands, die Fusionieren könnten.

1. Franz Ferdinand – dto.

Ja, Ihr wusstet es bestimmt. Deshalb sag ich jetzt gar nichts, sondern lasse mal die anderen reden:

Laut.de sagt: „Wer im weltweiten Netz etwas über Franz Ferdinand sucht, stolpert irgendwann vielleicht über diesen Satz: “This sounds like all the other garage rock acts about at the moment rehashing the same formula over and over.” Was für ein blödes Arschloch.“

Dem habe ich rein gar nichts hinzuzufügen. Ach doch: Wer meine CD gegen seine Platte tauscht, wird von mir mit 2 Einbeckern entlohnt. Oder mehr.

Euch allen ein schönes Fest mit allen, die Ihr liebt habt (Und die Euch hoffentlich mindestens genauso lieben), feiert schön, esst und trinkt nicht zu viel (dehnbar, auch ich nutz das aus!) und fallt gut in 2005 rein. (Noch ein Jahr bis zur WM!).

Alles Gute wünscht Euer Heinz.

Kommentare

  1. Ich könnte gar keine Top 5 aufstellen. Nichtmal eine Number 1 bestimmen. Das liegt daran, dass ich mir in diesem Jahr keine einzige CD gekauft habe (damals waren es mal weit über 300). Fürs nächste Jahr ist selbstredend das gleiche geplant, und ich glaube fast, es liegt vor allem an den blöden Klingeltönen unserer tollen Musiksender, die ich nicht ertragen kann. Privatfernsehen mutiert sowieso immer mehr zum Abschaum, während das öffentlich-rechtlose schlichtweg langweilt. (Ich könnte schwören, dass Schmidt ab Januar ein Reinfall wird, auch wenn der Mann brilliant ist.)

    Ich bin mir auch noch gar nicht über die weiteren Konsequenzen bewusst: CDs zu meiden war ja nur ein kleiner Schritt, der anfangs ganz unaufmerksam gemacht wurde. Und inzwischen neige ich fast dazu, auch Privatfernsehen ab- und Premiere anzuschaffen. Bewusst fernsehen, das wäre mal keine schlechte Idee und gerne die 20 EUR pro Monat wert.

    Netter Beitrag übrigens, toller Schreibstil! (Musste mal gesagt werden.)

  2. Da frage ich mich zuallererst (noch im Mailprogramm): Wer ist dirk@medienrauschen.de? Danach frage ich mich (hier, im Eingebeckert): Was ist das fuer ein lustiges Favicon, dass der Schuer da hat? Viel Spass beim Medienrauschen, bei dem ich jetzt wohl haeufiger vorbeisurfen muss ;-)
    Mir kommt bestimmt sehr zugute, dass ich dieses Flimmerdings seit 2,5 Jahren nicht mehr in mein Zimmer gelassen habe und so nur ab und an (in Zimmern von Mitbewohnern und Freunden, aber auch da wird immer haeufiger meinem Beispiel gefolgt) und ich so recht gut von derlei Problemen verschont bleibe. Dem Analogmedium Schallplatte habe ich ja schon diverse Absätze gewidmet, dessen papierenes Schwesterchen bei mir auch zelebriert wird: Mein Hochbett hat links, rechts und an der Kopfseite Platz fuer genuegend Buecher, um mich einige Tage und Naechte der (Fernseh-?)Realität entfliehen zu lassen.

    Ich unterhielt mich gestern sehr gut mit einem sehr netten Freund (Camillo, liest Du eigentlich hier mit?) über die Auswirkungen von einem immer schnelleren, immer komplexeren Leben, dass aber fuer bestimmte Details das Auge verliert und wie man mit dieser Flut umgehen kann. Medienrauschen ist dafuer uebrigens ein sehr treffender Begriff ;-). Merkwuerdig ist schon, dass man sich fuer die wichtigen Dinge im Leben (Vordiplom beantragen, Kaffee trinken gehen, Sonne geniessen, mit Freunden diskutieren) viel zu wenig Zeit nimmt, und statt dessen im Rauschen zu ersticken droht.

    Premiere? Hm. Fuer mich waere das ja zum Fußballgucken (ich haette beinahe fußballtechnisch gesagt…) ganz interessant, aber auch da nervt mich diese Effekthascherei, diese “Wir-sind-ohne-Werbung”-Werbung etc. Da lobe ich mir doch den gang in das Programmkino oder die Kinokneipe meiner Wahl und gucke mir da auch gerne ältere Filme (Dienstag z.B.: Der Mondmann) an. Mit netten Leuten und einer kühlen Flasche Bier lässt sich das gut aushalten.

    Und Danke fuer die Komplimente, kann ich erstens natürlich nur zurückgeben und zweitens Dir/Euch eine nette Zeit mit nicht ganz so viel Stress wünschen ;-)

  3. Da fehlen Dogs Die In Hot Cars.

    Mal sehen ob ich nach Weihnachten dazu komme meine Top 5 (oder 10 oder 7.364 oder sowas) aufzustellen.

    Aber die nr 1 steht schon fest.

  4. Medienrauschen, ja, das solltest du wirklich lesen. Ich fand’s dort so gut, dass ich neuerdings selbst mitmache.

    Das Lebensrauschen, von dem du sprichst, kann ich auch nachvollziehen. Nicht nur, dass die Informationen um einen herum immer mehr zunehmen und man sich mit immer komplexeren Dingen auseinandersetzen muss (dass ein Plattenspieler sehr viel weniger Knöpfe hat als ein CD-Spieler hat, sollte den digitalen Technikern zu denken geben), nein, zusätzlich hat man auch den Eindruck, dass die Zeit immer schneller rennt. Ein Teufelskreis, wenn man versucht, in die wenige Zeit immer mehr Aktivitäten zu pressen. Wobei Kino und Bier, wenn man es mag, in diesem Fall sicherlich eine sehr nette Aktivität ist, die man ganz gerne presst.

    Guten Rutsch, falls wir vorher nichts mehr voneinander hören!

  5. Meine Top 12 und 3/4 aus 2004 sind jetzt online (Eintrag vom 31/Dec/2004). Falls das noch jemanden interessieren sollte…

  6. [...] 1. Franz Ferdinand: You Could Have It So Much Better Hieß es auf Platz drei frischer? Mehrere Songs in einem? Tanzbarkeit? Das ist so 2004. 1967 2005, meine Damen und Herren, wird beherrscht von einer Britischen Band, die den Sieger des Vorjahres einfach nochmal aufgenommen haben. Auf Steroiden. Da sind Balladen, zu denen man schnell tanzt. Da sind schnelle Beats, in die man sich sofort verliebt. Und eine Band, die sich langsam aber sicher bereit erklärt, die 67er Tanzschuhe anzuziehen. [...]

  7. [...] Much Better Hieß es auf Platz drei frischer? Mehrere Songs in einem? Tanzbarkeit? Das ist so 2004. 1967 2005, meine Damen und Herren, wird beherrscht von einer Britischen Band, die den Sieger des [...]

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