Fehlsichtige Farben February 24th, 2006 Musik Kommentare (RSS) Trackback

Michael Schuh hat für laut.de Peter Hein, Sänger der Fehlfarben, interviewt.

Der Mann ist Popgeschichte, hat zumindest mit »Es geht voran« Tausende von Adressaten verwirrt und viel, viel Musik aufgenommen. Heutzutage ist er nur noch Geschichte, selber verwirrt und hat viel, viel Musik aufgenommen. Wollen wir uns das Interview mal angucken:

»Ich besitze nach wie vor keine Platten von denen.«

Sagt er im Bezug auf Tocotronic. Ein paar Zeilen weiter unten:

»Q: Wie stehst du dann zu antinationalistischen Statements wie “Aber Hier Leben, Nein Danke”? Distinktion ist ja erstmal nichts Schlechtes.

A: Ja gut weißte, die machen jetzt halt das, was mir de facto irgendwie schon 1985 auf den Keks gegangen ist.«

Merke: Wir laden uns nen Künster auf ein Album ein, um mit dem Werbung machen zu können. Dann haben wir, immerhin »professionell« im Musikgeschäft, noch nie was von Tocotronic gehört. Ach so, aber das was die machen, auch wenn wir es nicht kennen, das geht uns gehörig auf den Keks.

»Sarah Kuttner sagt mir jetzt zum Beispiel nix. Musikfernsehen hat sich meines Wissens ja selber abgeschafft.«

Obwohl er da ja prinzipiell Recht hat: Über etwas reden, das man gar nicht kennt, geht mal gar nicht.

Zusammenfassung: Er lästert über die Leute, die zu ihrem »26 1/2« beitragen, spricht von stressigen Aufnahmen, wenn er grade bei dreien dabei war, und tut so, als ob letztendlich allein die Fehlfarben einen Platz auf dem Olymp verdient haben.

Gibt es eigentlich ein Gen, dass aus Musikern nach 25 Jahren Bühnenpräsenz selbstreferentielle Wichtigtuer ohne Ahnung macht?

(Die Sterne freuen sich schon aufs neue Album: »Widerschein«.)

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