Analog ist besser. November 1st, 2004 Musik Kommentare (RSS) Trackback
Auch wenn einemeiner Lieblingsbands der bei mir häufiger gehörten Bands ein (gutes) Album „Digital ist besser“ nannte, behaupte ich das Gegenteil. Hier meine Beweggründe, sich im Jahr 2004 für einen Plattenspieler zu entscheiden:
- R.E.M.s „Around the Sun“[1] muss man auf Platte 3 Mal umdrehen bzw. Wechseln (Doppel-LP), während es auf CD bequem durchläuft.
- Ich musste mir heute ein Brett samt Winkeln etc. besorgen, um den Spieler an der Wand zu befestigen – auf Möbeln abgestellt, sprang er, wenn man durchs Zimmer ging, geschweige denn tanzte.
- 200€[2] für einen Pro-Ject könnte man auch in CDs investieren, die zudem noch preiswerter sind als LPs.
- Da mein CD-Regal überquillt, macht es unglaublich Sinn, in ein Medium zu investieren, dass 4 Mal soviel Platz in Anspruch nimmt.
- Musik ist eh rational. Warum sollte man also einem verlustbehafteten Medium trauen?
Ich erwähnte ja bereits, dass ich relativ gerne Musik höre. Und mir in letzter Zeit viele CDs gekauft habe. Auch wenn sie eventuell in anderer Form schon ihren Weg zu mir gefunden haben (iTunes ist großartig zum vorhören). Und ich, dass muss man auch als Informatiker mal gesagt haben, scheiße auf die klinische Perfektion von digitalen Medien, lese verdammt gerne die Tagezeitung bei Latte macchiato und Sonnenschein, anstatt bei Spiegel Online in geschlossenen Räumen zu versauern, und höre die „Around the Sun“ mindestens zwei mal am Tag. Zumindest, bis die Razorlight und die neue Kings of Leon endlich im Plattenladen meines Vertrauens eingetroffen sind. Oder kaufe mir vorher die neue Soundtrack (die ich in ebenjenem schon erspähte). Und freue mich, am 11. auf dem Franz Ferdinand-Konzert tanzbare Musik live erleben zu können.
Irgendwie hat mich das Leben zur Zeit recht gern. Ich es übrigens auch.
—–
1: Der Kreis schließt sich: erste CD, ca. 1991: R.E.M.s „Murmur“
2: Stand im Schaufenster. Sonst ca. doppelt so viel.
(Ja, wir hören brav von vorne: „Leaving New York“)
Tobi Lange
November 1st, 2004
11:49 pm
Ich bin übrigens pro Vinyl. Falls das nicht so rüberkommt, liegts selbstverständlich am Leser.
Schuer
November 2nd, 2004
10:46 am
Sind das Vinyl-ROMs oder wiederbeschreibbare, von denen du da sprichst? Spielen die nur AAC oder auch mp3s und oggs? Wie groß ist die Platte deines Spielers? (Achtung, Wortwitz)
Tobi Lange
November 3rd, 2004
10:13 am
Wieder-beritzbar. Schreiben kann man, zumindest mit Lackstiften, jederzeit. Leider nur einmal neu beritzen, wobei da schon mit Fingerspitzengefuehl gearbeitet werden muss.
AAC und MP3 sind, Apple sei Dank, nur auf meinem nicht vorhandenen iPod abspielbar. Und Orks (<- so schreibt man die) sind hoerbar, zum beispiel auf den Hoerbuch-Vinyls vom Herrn der Ringe. Allerdings mit leichten Grunzgeräuschen, dem muss ich mal bei Gelegenheit nachgehen.
Schuer
November 3rd, 2004
10:40 pm
Ich lausche ja mitnichten grunzenden Orks als Hörbuch, sondern habe mich den Säulen der Erde gewidmet. Auf Vinyl müsstest du das etwa 48x drehen, während sie sich als MP3 soeben auf einen 800er Rohling quetschen lassen und 13 Stunden lang in einem Rutsch durchlaufen. Wenn man sich allerdings überlegt, dass man jedes Umdrehen der Platte mit einem Weißen Russen belohnen könnte, war ich mächtig dumm, voll auf digital zu setzen.